kennt Ihr die Geschichte vom Werkdachs?

Der Werkdachs

 

In einem kleinen Haus am Rand des großen Waldes wohnt der Dachs. Neben seinem Haus steht sein Schuppen. Der Schuppen ist grün angemalt und in dem Schuppen hat der Dachs sein Werkzeug und natürlich Holz zum Bauen. Denn der Dachs ist ein Werkdachs.

Am liebsten werkelt er in seinem Schuppen. Er hat dort einen Hammer, eine Säge, eine Kneifzange und sogar einen Zollstock. Auf den Zollstock ist er besonders stolz, denn wenn er ihn ausklappt, ist er zwei Meter lang. Und das ist ganz schön lang. Er reicht vom Schuppen über den Platz bis zum Haus des Fuchses. 


 

 

Der Fuchs ist sein Freund. Manchmal steckt der Fuchs seine Nase in den Schuppen und schnuppert. Der Fuchs mag den Geruch von frisch gesägtem Holz. 
Der Schuppen vom Dachs ist klein, und wenn der Dachs im Schuppen werkelt, ist da wenig Platz für den Fuchs. Das Werkzeug liegt herum, und der Fuchs ist vorsichtig. Die Säge sieht aus wie die Zähne eines gefährlichen Ungeheuers. Da hält der Fuchs lieber ein bisschen Abstand.

„Komm raus Dachs und lass uns spielen“, sagt der Fuchs.
„Ich muss was bauen“, antwortet der Dachs.
„Kannst du das nicht draußen machen“, fragt der Fuchs. 
„Nee“, sagt der Dachs, „hier ist ja mein Werkzeug.“
Da sagt der Fuchs nichts mehr. Er setzt sich unter die alte Buche und langweilt sich. Er würde gerne hinunter zum See gehen, aber ohne den Dachs hat er keine Lust.

Ein Flügelschlag und ein „Krah, Krah“, und die Krähe landet neben dem Fuchs.




„Hallo Fuchs“, sagt sie.
„Hallo Krähe“, sagt der Fuchs. 
„Was ist denn los? Du ziehst ja ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter", sagt die Krähe.
„Ach, der Dachs will nicht mit mir spielen“, mault der Fuchs. „Er hockt im Schuppen und werkelt dort herum. Ich habe schon gesagt, er soll rauskommen, aber er sagt, sein Werkzeug ist im Schuppen und darum muss er auch im Schuppen sein.“ 

Die Krähe hüpft über den Platz und schaut durch das Fenster in den Schuppen. Dort steht der Dachs an seiner Werkbank und hammert. Und wenn der Dachs hammert, dann hammert er.
„Ich muss nachdenken“, sagt die Krähe. Sie fliegt hoch zu einem Ast mit Aussicht. Von dort schaut sie in die Ferne. Ganz hinten sieht sie ein Lastauto mit Baumstämmen durch die Landschaft fahren. Wolken ziehen vorbei und eine Ameisengesellschaft müht sich mit schweren Koffern den Baum hinauf.

„Krah, Krah“, sagt sie plötzlich, „ich habe es. Der Dachs kann ein Transportauto bauen, dann kommt das Werkzeug mit.“



 

Dachs“, ruft die Krähe und fliegt fast durch das Fenster in den Schuppen hinein.
„Hallo Krähe, was gibt es denn“, fragt der Dachs. 
„Kannst du ein Werkzeugtransportauto bauen?“, fragt sie.
„Wozu denn das?“, fragt der Dachs.
„Na, um dein Werkzeug zu transportieren“, sagt der Fuchs, der nun seine Nase wieder in den Schuppen steckt. 
„Aber das Werkzeug ist doch im Schuppen gut aufgehoben“, sagt der Dachs.
„Ja aber“, sagte der Fuchs, „dann kannst du aus dem Schuppen heraus kommen.“
„Und wenn du woanders was werken willst“, sagt die Krähe, „kannst du dein Werkzeug mitnehmen.“
„Ihr habt recht“, sagt der Dachs. „Ich brauche eine Transportkiste für mein Werkzeug.“
Die Krähe nimmt einen Stock und malt ein Lastauto in den Sand.
„So ungefähr“, sagt sie.
Da lacht der Dachs. „Nee“, sagt er, „der Werkzeugkasten braucht keine Räder.“
„Vielleicht einen Griff?“, fragt der Fuchs.
Da macht die Krähe eine neue Zeichnung. Und so bauen die drei kein Lastauto, sondern einen Werkzeugkasten.